Die Akupunktur

I. Geschichte:

Die Ursprünge der Akupunktur reichen bis 10000 Jahre v. Christus zurück, als man begann, mit Steinnadeln Schmerzen zu lindern und Abzesse zu drainieren.

Noch älter ist die sogenannte Moxibustion (Applikation von Wärme an bestimmten Akupunkturpunkten). Bereits nach Entdeckung des Feuers wurden angezündete Blätter auf schmerzhafte Körperregionen aufgebracht.
Anhand der Prinzipien der taoistischen Philosophie (Qi, Yin und Yang, s. Punkt II) wurden die zunehmenden klinischen Erfahrungen systematisiert und zu einer differenzierten Medizin ausgebaut.

Aus der Erfahrung das die Nadelempfindungen meist entlang einer Linie verlaufen, entsprang die Theorie der sogenannten Meridiane (s. Punkt Il).

Die Errungenschaften der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wurden bereits ab der Periode der Kriege 475-221 v. Chr. z.B. im Inneren Klassiker des gelben Kaisers, der "TCM Bibel" festgehalten und gehören noch heute zur Pflichtlektüre jedes chinesischen TCM Studenten.
 
In den letzten 50 Jahren gewann die Akupunktur auch in unserem Kulturkreis zunehmend an Aktualität und hält in Bezug auf Wirksamkeit auch strengen wissenschaftlichen Kriterien stand.

Gerade aus der ganzheitlichen Orthopädie ist sie besonders aufgrund der effektiven Schmerztherapie v.a. bei Erkrankungen des Bewegungsapparates nicht mehr wegzudenken, findet aber auch in vielen anderen Bereichen der Medizin Anwendung.

II. Grundlagen:

Die Wirkungsweise der Akupunktur beruht im wesentlichen auf dem Ansprechen körpereigener Regulationssysteme. Immunmodulierende sowie endorphinvermittelte analgetische und hormonelle Effekte wurden bereits experimentell bestätigt.

Ein Grundelement der Akupunktur ist der Akupunkturpunkt. Dieser ist meist als Gefäß-Nerven-Bündel in einer Lücke der oberflächlichen Körperfaszie gelegen und kann bei Störungen des Organismus sich als druckschmerzhaft erweisen, verdickt erscheinen oder einen veränderten elektrischen Hautwiderstand aufweisen.

Die Übersetzung aus dem Chinesischen lautet dementsprechend auch Loch, Zugang oder Trichter. Bei ca. 71 % gibt es eine Übereinstimmung mit bekannten Triggerpunkten der Muskulatur. Im Gegensatz zu diesen liegen sie jedoch mit Ausnahme der sogenannten A shi-Punkte (schmerzhafte Extrapunkte) zusammen mit anderen Punkten auf einem Meridian.

Bei Reizung eines Akupunkturpunktes kann ein Kribbeln oder Schweregefühl entlang dieser Meridiane ausgelöst werden, was als De Qi bezeichnet wird. Die Meridiane kann man als eine Art von Leitlinien verstehen, in denen nach traditioneller chinesischer Auffassung die strömende Lebensenergie, das Qi, kreist.
Die Lebensenergie beruht im wesentlichen auf dem Wechselspiel der Gegensätze von Yin und Yang. Yin und Yang stellen als die polaren Grundsätze allen Seins die Basis der chinesischen Wissenschaft und Philosophie dar.

Dem Yin wird das Kalte, Schwere, Dunkle, Ruhende, Innere und Weibliche zugeordnet, dem Yang das Warme, Helle, Dynamische, Äußere und Männliche. Yin und Yang können nur zusammen bestehen. Ein Ungleichgewicht, ausgelöst durch äußere Faktoren wie Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Wind, innere Faktoren wie übermäßige Emotionen, sowie Traumata, Fehlernährung u.a. können auf Dauer zu einer Störung des Qi, entweder bezogen auf einen Meridian oder auch auf das ganze System führen.

III. Anwendung:

Werden Akupunkturpunkte mit einer dünnen Nadel punktiert, löst dies nicht nur lokale Reaktionen aus, es werden auch Störungen im Verlauf des Meridians erreicht, ganze Funktionskreise beeinflusst, sowie auch spezifische Wirkungen entsprechend der Funktion des einzelnen Akupunkturpunktes hervorgerufen (z.B. allgemeine Stärkung, Schmerzbehandlung etc.).

In der Orthopädie finden sich häufig akute Meridianerkrankungen, die einer rein symptomatischen Therapie zugänglich sind. Grundsätzlich jedoch sollte immer der Allgemeinzustand und die Konstitution des Patienten mit einbezogen werden.
Bei energetisch geschwächten Patienten wird eine tonisierende Nadeltechnik, bei energetisch überladenen Patienten eine eher sedierende Nadeltechnik angewandt. Bei verstärktem Wärmeverlangen, einer sogenannten Yang-Leere kann auch die Moxibustion eingesetzt werden. Hier wird der Akupunkturpunkt durch Abbrennen von Beifußkraut erwärmt, entweder direkt oder auf einer Unterlage aus Ingwer oder Knoblauchscheiben.

Üblicherweise wird eine Behandlungsserie durchgeführt, wobei die Therapie zwischendurch dem Verlauf entsprechend angepasst werden kann.

Grundsätzlich kann jede Erkrankung mit Akupunktur behandelt werden; Vorsicht ist jedoch bei Patienten mit verstärkter Blutungsneigung (auch medikamentös)geboten, sowie bei Nadelung einiger "gefährlicher" Punkte, unter anderem in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen beschränken sich im wesentlichen auf Hämatome, geringe Blutungen und Schmerzen beim Einstich. Bei entsprechend veranlagten Patienten kann es gerade bei der ersten Sitzung zu einem sogenannten Nadelkollaps kommen, der sich jedoch durch liegende Lagerung verhindern lässt.
In einigen Fällen kann es , wie auch bei der Homöopathie beschrieben, zu einer sogenannten Erstverschlimmerung kommen. In diesen Fällen kann die Therapie nötigenfalls modifiziert werden.

IV. Unterschiedliche Akupunkurformen:

Neben der allgemein bekannten Körperakupunktur führt  Frau Dr. Gensler nach entsprechend absolvierter Ausbildung auch koreanische Handakupunktur und japanische Schädelakupunktur nach Yamamoto, sowie Ohrakupunktur durch.
Letztere Verfahren werden vor allem bei akuten Erkrankungen angewendet, im Fall der Ohrakupunktur auch in Form von sogenannten Dauernadeln, welche für mehrere Tage am/im Ohr verbleiben.

 
V. Qualifikation der Therapeutin:
 
Frau Dr.Gensler verfügt über das Akupunkturdiplom A und B, sowie über eine erforderliche Zusatzausbildung in Psychosomatik und Schmerztherapie, so das die gesetzlichen Vorraussetzungen zur Abrechnung mit den Krankenkassen gegeben sind.
Die privaten Krankenkassen erstatten Akupunkturleistungen nach der GOÄ im Falle von Schmerzen jeglicher Art, z.B. Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Sehnenentzündungen etc; die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nur im Rahmen von chronischen Knieschmerzen ( Gonarthrose) und chronischen Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule (degeneratives Lumbalsyndrom / Bandscheibenvorfälle) die Kosten.  Bei anderen Erkrankungen muß der/die Patient/-in die Kosten selber tragen.
 
 
VI. Durchführung in der Praxis:

Nach ausführlichem Vorgespräch mit Erheben der Anamnese und Diagnosestellung stellt Frau Dr. Gensler einen Therapieplan auft, der je nach Krankheitsbild zwischen 3 - mehr als 10 Sitzungen zu ca. 20 – 30 Min. umfasst. Die Akupunktur wird in einem Raum mit gedämpftem Licht, meist im liegen durchgeführt.
Es werden sehr dünne, je nach Lokalisation unterschiedlich lange Nadeln (bis zu 16) platziert. Die Patienten bemerken den Einstich bis auf wenige empfindliche Punkte im allgemeinen kaum. Bei anhaltenden Schmerzen über ein Druckgefühl oder Kribbeln hinaus sollte Frau Dr. Gensler umgehend informiert werden. Während der Liegedauer der Nadeln sollte auf bewusste Atmung und entspannte Körperhaltung geachtet werden. Nach Entfernen der Nadeln und langsamen Aufrichten aus der Liegeposition kann der/die Patient/in die Praxis sofort verlassen.

Da auch nach der Sitzung eine Ruhephase eingehalten werden sollte, empfehlen sich individuelle Termine bevorzugt in der Abendsprechstunde.

 
Bezüglich weiterer Fragen, der Termine für ein Vorgespräch, bzw. der anfallenden Kosten und Möglichkeiten der Abrechnung über die Krankenkassen informieren wir Sie gerne in unserer Praxis.