Der Gesundheitsscheck

Die Gesundheitsuntersuchung, auch 'Check up' genannt, kann helfen Leben zu retten.
Bedauerlicherweise nehmen nur etwa ein Drittel aller Betroffenen diese Vorsorgeleistung in Anspruch.
Die vom Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen gem. § 25 Abs. 4 Satz 2 i. V. m. § 92 Abs. 1 und 4 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) beschlossenen Richtlinien bestimmen das Nähere über die den gesetzlichen Erfordernissen des § 25 Abs. 1 und 3 SGB V entsprechende ärztliche Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten.

Wer kann das Angebot in Anspruch nehmen?

Vorsorgen ist besser als heilen. Dies gilt gerade für die großen Zivilisationskrankheiten wie Herz- Kreislauf- Erkrankungen, Nierenleiden, Stoffwechselstörungen und Zuckerkrankheit (Diabetes). Die Früherkennung von Risikofaktoren und/oder Gesundheitsstörungen lohnt sich und erspart den Menschen Leid und Schmerzen.
Deshalb haben die Krankenkassen und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) vereinbart, dass sich gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre von Kopf bis Fuß untersuchen lassen können. Das Angebot der Gesundheitsuntersuchung ('Check-up') gilt für Frauen und Männer in gleicher Weise.
Privatpatienten und Selbstzahler können diesen Check up auch jährlich in Anspruch nehmen, unabhängig von der obigen Altersgrenze.

Den gesetzlich versicherten Patienten bieten wir in den Jahren, in denen seitens ihrer Krankenkasse kein Check up gezahlt wird, einen Intervall-Check-up an, welcher aus medizinischer Sicht sinnvoll und zu empfehlen ist. Die Kosten hierfür müssen jedoch selbst getragen werden.

Warum ist der 'Check up' so wichtig?

Unbehandelter Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte können zu ernsthaften Herz- Kreislauf- Erkrankungen, zu Schlaganfall und Herzinfarkt führen. Dabei reichen oft schon kleine Verhaltensänderungen (Aufgabe des Rauchens, sportliche Bewegung, gesunde Ernährung etc.) aus, um bestehende Risikofaktoren zu mindern. Früherkennung einer Zuckerkrankheit lohnt - sie eröffnet frühzeitig Wege zur Therapie und ermöglicht qualifizierte Vorsorge im Hinblick auf gravierende Diabetesfolgen wie Herz-Kreislauf-Krankheiten, Erkrankungen der Augen, der Nieren sowie Durchblutungsstörungen. Die Gesundheitsuntersuchung dient dazu, mögliche individuellen Risikofaktoren zu finden und einen individuellen Fahrplan zu ihrem Abbau zu erstellen.

Die Gesundheitsuntersuchung dient der Vermeidung von Krankheiten und damit der Erhaltung der Lebensqualität. Deshalb ist diese Gesundheitsuntersuchung vor allem für die Versicherten gedacht, die noch nicht krank sind oder sich nicht krank fühlen. Gerade die sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Herz- Kreislauf- Erkrankungen, die Zuckerkrankheit oder Nierenerkrankungen stellen sich schleichend ein und machen anfänglich keine Beschwerden. Aber Herz- Kreislauf- Erkrankungen sind hierzulande noch immer die häufigste Todesursache.

Ablauf der Untersuchung, Auswertung

In einem ausführlichen Eingangsgespräch erläutert der Patient seinem Arzt eventuell bestehende Erkrankungen bei ihm oder in der Familie und seinen persönlichen Gesundheitszustand. Dann erfolgt eine Ganzkörperuntersuchung mit Messen des Blutdrucks. Eine Blutprobe bestimmt Blutzucker und Gesamt-Cholesterin. Der Urin-Streifen-Test spürt Nierenkrankheiten auf. Ein Ruhe-EKG schließt sich ggfs. an. In einem abschließenden Gespräch wird der Arzt die erhobenen Befunde mit dem Patienten besprechen und gemeinsam mit ihm eventuell notwendige Maßnahmen erläutern.
Eine Auswertung der bisher erfolgten Gesundheitsuntersuchungen hat ergeben, dass bei jedem zweiten Teilnehmer eine Erkrankung oder Risikofaktoren festgestellt wurden, die bis dahin noch nicht bekannt waren. Am häufigsten wurden erhöhte Blutfettwerte festgestellt.

Weiterführende Untersuchungen im Rahmen des 'Check up'

Auf Wunsch des Patienten und kann der 'Check up' um Untersuchungen wie z.B. Ultraschall, Belastung- oder Langzeit-EKGs, ggfs. Langzeitblutdruckmessung oder genauere Blutwert-Bestimmungen (z.B. Blutsenkungsgeschwindigkeit,Blutbild, Schilddrüsenwerte, Prostata-Wert PSA beim Mann,etc. ) erweitert werden, um das Vorsorgeprogramm zu komplettieren. Diese Untersuchungen sind leider keine Leistungen im Rahmen des 'Check up', medizinisch jedoch sinnvoll und empfehlenswert.